Buch


Buch

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Buch [bu:x], das; -[e]s, Bücher ['by:çɐ]:
a) größeres, gebundenes Druckwerk zum Lesen oder Betrachten:
ein handliches, dickes, zerlesenes Buch; ein Buch von 500 Seiten; Bücher binden, einstampfen.
Syn.: 3Band, Broschüre, Schinken (ugs.), Schmöker (ugs.), Schwarte (ugs., oft abwertend).
Zus.: Gebetbuch, Gesangbuch, Gesetzbuch, Jugendbuch, Kinderbuch, Kochbuch, Liederbuch, Märchenbuch.
b) in Form eines gebundenen Druckwerks veröffentlichter literarischer, wissenschaftlicher o. ä. Text:
ein spannendes, hochaktuelles Buch; er hat ein Buch über dieses Thema geschrieben.
Syn.: Schrift, Werk.

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Buch 〈n. 12u
1. 〈urspr.〉 zusammengebundene Täfelchen aus Buchenholz zum Schreiben
2. 〈danach〉 zusammengeheftete od. eingebundene, beschriebene od. bedruckte, oft illustrierte Papierbogen
3. größeres Druckwerk
4. Teil eines größeren Schriftwerkes, z. B. der Bibel
5. 〈Kaufmannsspr.; meist Pl.〉 Geschäftsbuch
6. Wettliste bei Pferderennen
7. eine bestimmte Menge von Papierbogen (= 100 Bogen)
8. Maß für Blattgold u. Blattsilber
● ein \Buch Blattgold oder -silber 250 Blatt; das \Buch Hiob ein Teil der Bibel; das \Buch des Monats bes. empfohlene Neuerscheinung; ein \Buch Papier 100 Bogen ● ein \Buch auflegen, binden, erscheinen lassen, verlegen, vertreiben; \Buch führen (über) systematisch Ausgaben, Vorfälle usw. aufschreiben; jmdm. die Bücher führen 〈Kaufmannsspr.〉 die Geschäftsbücher; viele Bücher lesen; \Buch machen 〈Sp.〉 Rennwetten eintragen; die Bücher prüfen 〈Kaufmannsspr.〉 Geschäftsbücher ● ein \Buch antiquarisch kaufen; \Buch führend = buchführend; ein gutes, interessantes, langweiliges, spannendes \Buch lesen ● ein \Buch für anspruchsvolle, junge Leser; damit hat er sich ins \Buch der Geschichte eingetragen 〈fig.〉 unsterblichen Ruhm verdient; im \Buch des Lebens, der Natur lesen 〈fig.〉 das Leben, die Natur gründl. kennenlernen; ich stehe bei ihr im schwarzen \Buch 〈fig.〉 bin schlecht bei ihr angeschrieben; steck deine Nase ins \Buch! 〈umg.〉 lerne!; du solltest öfter ein \Buch in die Hand nehmen! 〈umg.〉 du solltest mehr lesen!; in einem \Buch blättern, lesen; in jmds. Seele wie in einem \Buch lesen können 〈fig.〉 ihn genau kennen; ein Gelehrter, wie er im \Buche steht ein typischer G.; das ist für mich ein \Buch mit sieben Siegeln 〈fig.〉 das ist mir unverständlich, ein großes Geheimnis; über den Büchern sitzen 〈umg.〉 fleißig lernen; er redet wie ein \Buch gewandt, pausenlos; das Haus steht mit 80.000 Euro zu \Buch(e) 〈Kaufmannsspr.〉 ist mit diesem Wert eingetragen; die Entlassungen schlagen negativ zu \Buch(e); das \Buch zum Film, zu einer Oper Drehbuch, Textbuch [<ahd. buoh, engl. book <urgerm. *bokiz; nach dem Holz der Buche so genannt, aus dem die Schreibtafeln zuerst geschnitten wurden]

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Buch , das; -[e]s, Bücher [mhd. buoch, ahd. buoh (Pl.), urspr. wohl = (Runen)zeichen, Buchstabe, dann: Schriftstück]:
1.
a) größeres, gebundenes Druckwerk; 2Band:
ein dickes B.;
ein B. in Leder;
ein B. von 1 000 Seiten;
Bücher binden;
Goldenes B. (Gästebuch einer Stadt);
das B. der Bücher (die Bibel);
wie ein B. reden (ugs.; sehr viel, unaufhörlich reden);
wie er, sie, es im -e steht/stehen (wie man sich ihn, sie, es vorstellt; urspr. mit Bezug auf die Bibel: ein Außenseiter, wie er im -e steht; es waren Hundstage, wie sie im -e stehen);
jmdm./für jmdn. ein B. mit sieben Siegeln sein (für jmdn. unverständlich, nicht durchschaubar sein; nach Off. 5, 1–5);
b) in Buchform veröffentlichter literarischer, wissenschaftlicher o. Ä. Text:
ein spannendes B.;
ein B. herausgeben;
ich habe alle Bücher dieses Autors gelesen;
über den Büchern sitzen;
Ü das B. der jüngeren Geschichte muss neu geschrieben werden;
schlaues B. (ugs.; Buch, das viel Information enthält, z. B. ein Lehrbuch od. ein Nachschlagewerk);
c) (veraltend) Teil eines gegliederten [literarischen] Werkes:
die fünf Bücher Mose;
d) Kurzf. von Drehbuch:
das B. für einen Film schreiben.
2. aus gebundenen, gehefteten o. Ä. Seiten bestehender, mit einem festen Deckel od. kartoniertem Einband versehener Gegenstand unterschiedlicher Größe u. Verwendung:
er hat immer ein kleines B. bei sich, in dem er sich Notizen macht.
3. <meist Pl.> Kurzf. von Geschäftsbuch:
die Bücher sind in Ordnung;
die Bücher führen (die Buchführung machen);
über etw. B. führen (sich über etw. Notizen, Aufzeichnungen machen);
zu Buch[e] schlagen (1. sich im Etat niederschlagen. 2. sich bei etw. bemerkbar machen, ins Gewicht fallen).
4. (Sport) Wettliste bei Pferderennen:
B. machen (die Wetten zusammenstellen).
5.
a) (Druckw.) altes deutsches Zählmaß für Druck- u. Schreibpapier;
b) (Kaufmannsspr.) Zählmaß für Blattgold u. -silber.

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I
Buch
 
[ursprünglich (als Plural) Bezeichnung für die zusammengehefteten Buchenholztafeln, auf die man schrieb],
 
 1) ein größeres Schrift- oder Druckwerk aus miteinander verbundenen, in eine Einbanddecke (Buchdecke) oder in einen Umschlag (Broschur) eingefügten Blättern oder Bogen; nach Empfehlung der UNESCO mindestens 3 Druckbogen umfassend; in neuerer Zeit meist aus Papier, im Mittelalter auch aus Pergament. Übergänge zu Loseblattausgaben, Tafel- und Mappenwerken sind fließend. Der Funktion nach ist das Buch eine grafische Materialisierung geistig-immaterieller Inhalte zum Zweck ihrer Erhaltung, Überlieferung und Verbreitung in der Gesellschaft.
 
Das Buch kann nach verschiedenen Gesichtspunkten unterteilt werden: 1) nach der Bogenfaltung unterscheidet man die bibliographischen Formate Folio (2º, 2 Blatt), Quart (4º, 4 Blatt), Oktav (8º, 8 Blatt), Duodez (12º, 12 Blatt), Sedez (16º, 16 Blatt). Das gemessene Format kann auch auf die Höhe des Buchrückens bezogen werden bis 15 cm Sedez, bis 18,5 cm Klein-Oktav, bis 22,5 cm Oktav, bis 25 cm Groß-Oktav, bis 30 cm Lexikon-Oktav, bis 35 cm Quart, bis 40 cm Groß-Quart, bis 45 cm Folio, über 45 cm Groß-Folio; 2) nach Einbandart: aus Pergament (nur für bibliophile Zwecke), Leder, Halbleder, Leinen, Halbleinen, Pappe oder Kunststoff (Broschur, Paperback, Taschenbuch); 3) nach Art der Distribution: Bücher, die über den Buchhandel, und solche, die außerhalb des Buchhandels vertrieben werden (oft Dissertationen, Universitäts-, Akademie-, Vereins-, Firmenschriften, Privatdrucke usw.); 4) nach Erscheinungsweise: Einzelpublikationen, Lieferungswerke, Loseblattausgaben; 5) nach Verfassern: Werke einzelner Autoren (einschließlich Sammlungen von Werken eines Verfassers), Sammelwerke: nach Gegenstand und Umfang begrenzte Veröffentlichungen, die von vornherein eine bestimmte Anzahl von Beiträgen oder Werken verschiedener Autoren umfassen sollen, und fortlaufende Veröffentlichungen (früher meist Serienwerke genannt) mit einem Gesamttitel, deren einzelne Stücke meist von verschiedenen Verfassern stammen.
 
 
Vorgänger unseres Buches sind die (gebrannten) Tontafeln der Babylonier und Assyrer. Andere Beschreibstoffe wurden z. B. aus Palmblättern (Indien), Birkenrinde (Mittelasien), Bambus (China) und bestimmten Ficusarten oder Agaven (Altamerika) hergestellt, auch Leder wurde weltweit benutzt. Bei den Ägyptern und in der klassischen Antike war die Papyrusrolle (Papyrus) die herrschende Form schriftliche Aufzeichnung. Neben dem Papyrus kam seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. das haltbarere Pergament auf, das im ost- und weströmischen Reich bis ins Mittelalter der Hauptbeschreibstoff blieb. Die Rollenform (Buchrolle) wurde seit dem 2. Jahrhundert in wachsendem Maße durch den Codex abgelöst. Eine Übergangsform stellen die römischen Diptycha und Triptycha dar, die aus zwei beziehungsweise drei durch Ringe miteinander verbundenen Tafeln aus Holz, Elfenbein oder anderen Materialien bestanden, die innen mit einer Wachsschicht überzogen waren. Das teure Pergament der Codices, das öfter nach Ausradieren des ursprünglichen Textes erneut beschrieben werden konnte (Palimpsest), wurde durch das von den Arabern übernommene billigere Papier seit dem Spätmittelalter in zunehmendem Umfang ersetzt, freilich ohne ganz verdrängt zu werden.
 
Einen wichtigen Einschnitt in der Geschichte des Buches bedeutet die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern durch J. Gutenberg, wodurch das Buch allmählich zum ersten bedeutenden Massenartikel wurde. Die Auflagen, anfangs noch beschränkt (bei Gutenberg 150-200 Stück), erhöhten sich besonders im 16. Jahrhundert. Durch die Reformation kam es zur Verbreitung von oft eilig und mit wenig Sorgfalt hergestellten Flugschriften in großen Auflagen. Gleichzeitig wurden volkssprachige Bücher für breite Schichten hergestellt, insbesondere die Bibel in M. Luthers Übersetzung. Die Gestalt des gedruckten Buches löste sich allmählich von dem Vorbild des geschriebenen Codex ab durch Einführung des Titelblattes mit Angabe des Verfassers, des Sachtitels, Erscheinungsortes, Druckers (Verlegers) und Erscheinungsjahres. Im Wesentlichen blieb die Herstellung des Buches bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts unverändert, bis maschinelle Methoden des Setzens und Druckens, der Reproduktion und des Buchbindens eingeführt wurden.
 
Der beträchtliche Anstieg der Buchproduktion, der bereits im Zeitalter der »Lesewut« (letztes Drittel des 18./Beginn des 19. Jahrhunderts) zu beobachten war, setzte sich im 19. Jahrhundert fort aufgrund der Bevölkerungszunahme, des Zurückdrängens des Analphabetentums, der Ausweitung des Bildungswesens, überhaupt der »Literarisierung« des Lebens; Hand in Hand ging damit die Technisierung der Buchherstellung; meist übersehen werden die Verbesserung der Beleuchtung in privaten und öffentlichen Räumen, die Erweiterung der Absatzbedingungen (Verkehrs- und Nachrichtensysteme) und damit auch die Erhöhung der Auflagen. Eine neue Revolutionierung der Buchproduktion erfolgte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch die Einführung des Photo- und Lichtsatzes und weitere Mechanisierung der Buchherstellung (wie Fertigungsstraßen in Großbuchbindereien, wodurch Massenauflagen in kurzer Zeit hergestellt werden können). Desktoppublishing.
 
Im Gegensatz zu der Revolutionierung der Textherstellung mit Einführung des Buchdruckes blieb die Technik des Buchbindens über längere Zeit ziemlich unverändert (Buchdecke, Buchbinderei). Zur künstlerischen Gestaltung des Buches Buchkunst.
 
Im Kulturleben der Menschheit ist das Buch eine der bedeutungsvollsten Erscheinungen überhaupt. Zwar gibt es Kulturen, in denen die mündliche Überlieferung eine analoge Aufgabe wahrnimmt, aber eine kontinuierliche Entwicklung über längere Zeiten ist ohne Schrift und Buch kaum denkbar. So sind die bekannten Hochreligionen fast durchweg an die Überlieferung durch Bücher gebunden. Die Macht des Buches hat oft Unterdrückungsmaßnahmen hervorgerufen und ruft sie noch hervor, u. a. durch Bücherverbot und Bücherverbrennung.
 
Das Buch als gedrucktes Erzeugnis nimmt einen bedeutenden Platz in der Medienlandschaft ein und hat wesentlichen Einfluss auf Informationsvermittlung, die Gewinnung neuer Erkenntnisse und die Bewusstseinsbildung des Menschen, gilt aber gleichermaßen als ästhetischer Gegenstand. Bisher kann kein anderes Kommunikationsmittel die Funktion des Buches in gleichem Maß erfüllen. Die fundamentale Bedeutung des Buches besteht darin, dass es Texte und Informationen sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft und ganze Kulturkreise über Jahrhunderte aufbewahrt und bereitstellt; die Texte sind immer wieder reproduzierbar. Zwar sind von vielen Büchern vergangener Zeiten sämtlicher Zeugnisse (Exemplare) verloren gegangen oder vernichtet worden, aber solche Verluste werden oft wenigstens teilweise dadurch ausgeglichen, dass ihr Inhalt mithilfe anderer erhaltener Werke rekonstruiert werden kann.
 
 
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie v. a. auch in den folgenden Artikeln:
 
Bibliophilie · Bibliothek · Buchdruck · Buchhandel · Buchmalerei · Buchwissenschaft · Lesen · Typographie · Urheberrecht · Verlagsbuchhandel
 
 
 
Allgemeines:
 
Gutenberg-Jb. (1926 ff.);
 L. Febvre u. H. J. Martin: L'apparition du livre (Paris 1958);
 H. Presser: Das B. vom B. (21978);
 H. Hiller: Wb. des B. (41980);
 
Lex. des gesamten Buchwesens. LGB, hg. v. S. Corsten u. a., auf mehrere Bde. ber. (21985 ff.);
 S. H. Steinberg: Die schwarze Kunst (a. d. Engl., 31988).
 
Geschichtliches:
 
W. H. Lange: Das B. im Wandel der Zeiten (61951);
 
Hb. der Bibliothekswiss., begr. v. F. Milkau, Bd. 1: Schrift u. B. (1952);
 
Archiv für Gesch. des Buchwesens. AGB (1956 ff.);
 
Hans Ferdinand Schulz: Das Schicksal der Bücher u. des Buchhandels (21960);
 
R. Froehner: Das B. in der Gegenwart (1961);
 
W. Schubart: Das B. bei den Griechen u. Römern (31962);
 
C. Wendel: Kleine Schr. zum antiken B.- u. Bibliothekswesen (1974);
 
H. Blanck: Das B. in der Antike (1992).
 
Mittelalter: C. F. Bühler: The 15th century book (Philadelphia, Pa.,1960);
 
H. J. Chaytor: From script to print (London 21966);
 
K. Schottenloher: Bücher bewegten die Welt. Eine Kulturgesch. des B., 2 Bde. (21968);
 
Beitr. zur Gesch. des B. u. seiner Funktion in der Gesellschaft. Festschr. für H. Widmann. .., hg. v. A. Swierk (1974);
 
Wolfenbütteler Notizen zur Buchgesch., Jg. 1 (1976 ff.);
 
F. Funke: Buchkunde (51992);
 
M. Janzin u. J. Güntner: Das B. vom B. 5 000 Jahre Buchgesch. (Neuausg. 1995).
 
 
W. Rüegg: Die kulturelle Funktion des B. (1965);
 
Das B. in der dynam. Gesellschaft, hg. v. W. Adrian u. a. (1970);
 
P. Raabe: Bücherlust u. Lesefreuden (1984);
 
Der Mensch u. das B., hg. v. G.-K. Kaltenbrunner (1985).
 
 2) archivalischer Quellengattung, protokollarisch geführte und in Buchform gebundene Niederschriften mittelalterlicher Einzelbehörden (Lehenbuch, Zinsbuch) oder Gesamtverwaltungen (Stadtbuch), denen urkundliche Beweiskraft zukommt.
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
 
Informationsgesellschaft: Folgen für die Buchkultur
 
II
Buch,
 
Ortsteil des Bezirks Pankow von Berlin; Klinikum, Herzzentrum des Landes Brandenburg, medizinische Forschungseinrichtungen; Schlosspark, das Schloss wurde wegen Baufälligkeit 1964 abgetragen. - Auf einer Anhöhe inmitten einer sumpfigen Niederung wurde 1910-14 ein unbefestigtes Dorf der jüngeren Bronzezeit ausgegraben. Nachgewiesen sind etwa 100 rechteckige Pfostenhäuser, ein größerer Gemeinschaftsbau sowie Abfallgruben und nahe gelegene, zeitstufengleiche Urnengräber.
 
III
Buch,
 
1) Christian Leopold von, Freiherr von Gẹllmersdorf, Geologe und Paläontologe, * Schloss Stolpe bei Angermünde 26. 4. 1774, ✝ Berlin 4. 3. 1853; Privatgelehrter in Berlin. Die auf ausgedehnten Reisen durch Europa gemachten Beobachtungen ließen ihn zum scharfen Gegner des Neptunismus seines Lehrers A. G. Werner und zum Anhänger des Vulkanismus werden. Er erkannte die Horizontbeständigkeit und chronologische Bedeutung der Versteinerungen und prägte den Begriff »Leitfossil«.
 
 
Ausgabe: Gesammelte Schriften, herausgegeben von J. Ewald u. a., 4 Bände (1867-85).
 
 
Geologen der Goethezeit, hg. v. H. Precher (1981).
 
 2) Hans Christoph, Schriftsteller, * Wetzlar 13. 4. 1944; studierte in Berlin, zur 68er-Generation gehörig, wechselte mehrmals radikal seine ästhetischen Positionen; schrieb zunächst Erzählungen, später vorwiegend Publizistik, seit den 80er-Jahren auch Romane.
 
Werke: Erzählungen: Unerhörte Begebenheiten (1966); Aus der Neuen Welt (1975); Zumwalds Beschwerden (1980); Der Burgwart der Wartburg (1994); Traum am frühen Morgen. Erzählungen (1996).
 
Romane: Die Hochzeit von Port-au-Prince (1984); Rede des toten Kolumbus am Tag des Jüngsten Gerichts (1992).
 
Bericht aus dem Inneren der Unruhe. Gorlebener Tagebuch (1977).
 
Essay, Kritik: Kritische Wälder (1972); Das Hervortreten des Ichs aus den Wörtern (1978); Waldspaziergang (1987).

* * *

Buch, das; -[e]s, Bücher [mhd. buoch, ahd. buoh (Pl.), urspr. wohl = (Runen)zeichen, Buchstabe, dann: Schriftstück]: 1. a) größeres, gebundenes Druckwerk; 2Band: ein handliches, dickes, vergilbtes, zerlesenes B.; ein B. in Leinen, Leder; ein B. von 1 000 Seiten; Bücher binden, einstampfen; *Goldenes B. (Gästebuch einer Stadt); ein aufgeschlagenes/offenes B. für jmdn. sein (jmdm. ganz vertraut u. bis in seine innersten Regungen bekannt sein); das B. der Bücher (die Bibel); wie ein B. reden (ugs.; sehr viel, unaufhörlich reden); sein, wie jmd., etw. im -e steht (genauso sein, wie man sich jmdn. Bestimmtes od. eine bestimmte Sache vorstellt; urspr. mit Bezug auf die Bibel): er ist ein Außenseiter, wie er im -e steht; ich habe schon viele Polizisten kennen gelernt, es waren die meisten Doofköppe, wie sie im -e stehen (Fichte, Wolli 367); jmdm./für jmdn. ein B. mit sieben Siegeln sein (für jmdn. unverständlich, nicht durchschaubar sein; nach Off. 5, 1-5); sich mit etw. ins B. der Geschichte eintragen (geh.; sich mit großen Taten unsterblich machen); b) in Buchform veröffentlichter literarischer, wissenschaftlicher o. ä. Text: ein spannendes, hochaktuelles B.; das B. (dieses Autors) ist vergriffen, erscheint im Januar; ein B. schreiben, herausgeben; über den Büchern sitzen (eifrig lernen); Bücher wälzen (in vielen Büchern nachschlagen); Ü das Kapitel im B. der deutschen Geschichte, das Konrad Adenauer geschrieben hat (Dönhoff, Ära 14); *schlaues B. (ugs.; Buch, das viel Information enthält, z. B. ein Lehrbuch od. ein Nachschlagewerk); c) (veraltend) Teil eines gegliederten [literarischen] Werkes: die fünf Bücher Mose; d) kurz für ↑Drehbuch: das B. für einen Film schreiben. 2. aus gebundenen, gehefteten o. ä. Seiten bestehender, mit einem festen Deckel od. kartoniertem Einband versehener Gegenstand unterschiedlicher Größe u. Verwendung. 3. <meist Pl.> kurz für Geschäfts-, Kassen-, ↑Rechnungsbuch: die Bücher stimmen, sind in Ordnung; die Bücher führen (die Buchführung machen); *über etw. B. führen (sich über etw. Notizen, Aufzeichnungen machen): er führt über alles, über jede Reise B.; zu -[e] schlagen (1. sich im Etat niederschlagen. 2. sich bei etw. bemerkbar machen, ins Gewicht fallen); mit einem bestimmten Betrag zu B. stehen (Kaufmannsspr.; mit einem bestimmten Betrag als Wert/Schuldsumme eingetragen sein). 4. (Sport) Wettliste bei Pferderennen: B. machen (die Wetten zusammenstellen). 5. a) (Druckw.) altes deutsches Zählmaß für Druck- u. Schreibpapier; b) (Kaufmannsspr.) Zählmaß für Blattgold u. -silber.

Universal-Lexikon. 2012.

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